Diese 5 Montagefehler bei Anflansch-Absperrklappen vermeiden
Anflansch-Absperrklappen werden aufgrund ihrer kompakten Bauweise, schnellen Auf-/Zu-Betätigung, Wirtschaftlichkeit und vergleichsweise einfachen Montage häufig in Wassersystemen eingesetzt, etwa in Wasseraufbereitungsanlagen, kommunaler Wasserversorgung, Gebäudewasserver- und -entsorgung sowie industriellem Kühlwasser.
„Einfach zu montieren“ bedeutet jedoch nicht, dass die Installation nachlässig erfolgen darf. Fehlerhafte Montageverfahren können Leistung, Dichtheit und Lebensdauer der Armatur erheblich beeinträchtigen und sogar Systemleckagen oder Ausfälle verursachen, mit hohen Wartungskosten und potenziellen Sicherheitsrisiken.
Als Fachanbieter für Armaturen in Wassersystemen kennt Union Valve die Bedeutung einer fachgerechten Montage. Dieser Artikel beschreibt die fünf häufigsten Fehler bei der Installation von Anflansch-Absperrklappen in Wassersystemen und zeigt, wie die Armaturen zuverlässig arbeiten und ein langfristig stabiler Systembetrieb unterstützt wird.

Fehler 1: Übermäßiges Anziehen der Montageschrauben (Überschreiten des empfohlenen Drehmoments)
Dies ist einer der häufigsten Montagefehler. Häufig wird angenommen, dass stärker angezogene Schrauben automatisch eine bessere Dichtheit erzeugen. Das Gehäuse einer Anflansch-Absperrklappe, insbesondere der Sitzbereich, besteht jedoch häufig aus Gusseisen, Sphäroguss oder Kunststoff wie UPVC und besitzt begrenzte Festigkeit und Zähigkeit.
Mögliche Folgen:
- Verformung oder Rissbildung am Armaturengehäuse: Zu hohes Drehmoment kann den Flanschbereich des Armaturengehäuses verformen oder sogar Risse verursachen und damit zu dauerhaften Schäden führen.
- Klemmen der Klappenscheibe oder erschwerte Betätigung: Eine Verformung des Gehäuses kann Klappenscheibe und Sitz zusammendrücken, sodass die Armatur nicht vollständig öffnet oder schließt beziehungsweise ungewöhnlich hohe Betätigungskräfte am Handhebel oder Antrieb erforderlich sind.
- Dichtungsversagen: Verformungen können den gleichmäßigen Kontakt zwischen Klappenscheibe und elastischem Sitz stören und Leckage verursachen.
- Beschädigung der Sitze: Zu hoher Druck kann elastische Sitze wie EPDM oder NBR quetschen oder dauerhaft verformen.
So vermeiden Sie den Fehler:
Halten Sie die Drehmomentangaben des Herstellers strikt ein. Empfohlene Drehmomente für Schrauben unterschiedlicher Gehäusewerkstoffe, Nennweiten und Druckstufen sind in der Montageanleitung angegeben, häufig mit Bezug auf ANSI- oder DIN-Normen. Diese Werte müssen geprüft und angewendet werden.
Drehmomentschlüssel verwenden: Ziehen Sie Schrauben nicht nach Gefühl an, sondern nutzen Sie einen kalibrierten Drehmomentschlüssel für kontrolliertes Anziehen.
Kreuzweise symmetrisch anziehen: Ziehen Sie die Schrauben in zwei bis drei Stufen diagonal über Kreuz gleichmäßig an, damit die Flansche gleichmäßig belastet werden.
Fehler 2: Rohrleitungsflansche nicht reinigen oder Sitzdichtungen beschädigen
Vor der Montage können Schweißschlacke, Rost, Dichtmittelreste, Schmutz, Öl oder andere Fremdstoffe auf den Dichtflächen der Rohrleitungsflansche verbleiben. Außerdem kann der Weichsitz der Armatur, der sich meist im Gehäuse oder am Rand der Klappenscheibe befindet, bei Transport oder Montage versehentlich beschädigt werden.
Mögliche Folgen:
- Leckage an der Flanschfläche: Fremdstoffe oder unebene Oberflächen können eine wirksame Abdichtung zwischen Flanschdichtung, falls vorhanden, beziehungsweise zwischen Gehäuseflanschfläche und Rohrleitungsflansch verhindern und zu äußerer Leckage führen.
- Leckage durch Sitzbeschädigung: Verkratzte oder verölte Sitze dichten nicht zuverlässig gegen die Klappenscheibe ab. Das führt zu innerer Leckage, die Armatur schließt also nicht dicht.
- Verkürzte Lebensdauer der Armatur: Verunreinigungen können den Sitzverschleiß beschleunigen.
So vermeiden Sie den Fehler:
Gründliche Reinigung: Reinigen Sie vor der Montage die Dichtflächen der Rohrleitungsflansche sorgfältig und entfernen Sie Fremdstoffe, Grate, Oxidation und Öl. Die Oberfläche muss glatt und gleichmäßig sein.
Sitz schützen: Halten Sie die Klappenscheibe bis zur endgültigen Positionierung der Armatur teilweise geöffnet, etwa 45 Grad, um Kratzer am freiliegenden Sitz zu vermeiden. Gehen Sie beim Einsetzen der Schrauben sorgfältig vor.
Dichtungen prüfen: Falls Flanschdichtungen verwendet werden, obwohl Anflansch-Absperrklappen normalerweise keine zusätzlichen Dichtungen benötigen, müssen diese sauber, unbeschädigt und vom richtigen Typ sein.

Fehler 3: Zwangsmontage ohne korrekte Rohrleitungsausrichtung
Wenn Lochkreis beziehungsweise Schraubenlochabstände der Rohrleitungsflansche oder die Parallelität der Flanschflächen abweichen, wird die Armatur manchmal mit den Schrauben gewaltsam an die Rohrleitung herangezogen.
Mögliche Folgen:
- Unzulässige Spannungen: Armaturenflansch und Rohrleitungsflansch werden erheblichen Biegespannungen ausgesetzt.
- Leckage: Die Flanschflächen liegen nicht gleichmäßig an, was zwangsläufig zu äußerer Leckage führen kann.
- Beschädigung der Armatur: Dauerhafte Spannungen können Verformung, Rissbildung oder sogar Festgehen von Gehäuse, Welle oder Klappenscheibe verursachen.
- Schraubenversagen: Schrauben werden unzulässigen Scherkräften ausgesetzt und können brechen.
So vermeiden Sie den Fehler:
Genaue Messung und Ausrichtung: Prüfen Sie vor der Montage Ausrichtung und Parallelität der Rohrleitungsflansche mit Richtlatte, Fühlerlehre und weiteren geeigneten Werkzeugen.
Rohrleitungsabweichungen korrigieren: Stellen Sie durch Anpassung der Rohrhalterungen, den Einsatz flexibler Verbindungen wie Gummikompensatoren oder gegebenenfalls durch Nacharbeiten der Rohrleitung sicher, dass Flansche spannungsfrei parallel stehen und Schraubenlöcher fluchten.
Schrauben frei einführen: Alle Montageschrauben müssen sich von Hand leicht durch die Flanschbohrungen führen lassen. Dies ist eine grundlegende Kontrolle der Ausrichtung.

Fehler 4: Missachtung der Flussrichtungspfeile (Einbau in falscher Richtung)
Nicht alle Anflansch-Absperrklappen dichten in beide Richtungen gleichwertig ab. Viele Ausführungen sind für eine bevorzugte Dichtungsrichtung ausgelegt, insbesondere Hochleistungs- sowie doppelt oder dreifach exzentrische Absperrklappen. Die Sitze erreichen in einer bestimmten Strömungsrichtung bessere Leistung und Lebensdauer. Ein Pfeil (→) ist üblicherweise am Gehäuse angegossen oder markiert und zeigt die empfohlene Flussrichtung an.
Mögliche Folgen:
- Dichtungsversagen (innere Leckage): Die Armatur dichtet bei Rückdruck möglicherweise nicht wirksam oder nur eingeschränkt ab.
- Reduzierte Sitzlebensdauer: Anströmung des Sitzes in Gegenrichtung kann Verschleiß oder Beschädigung beschleunigen.
- Erhöhtes Betätigungsmoment: Einige Bauarten erfordern bei Betrieb in Gegenrichtung höhere Betätigungskräfte.
So vermeiden Sie den Fehler:
Gehäusekennzeichnung sorgfältig prüfen: Suchen Sie vor der Montage immer den Flussrichtungspfeil am Armaturengehäuse.
Herstellerangaben beachten: Befolgen Sie die Anforderungen zur Flussrichtung in der Anleitung exakt. In Wassersystemen muss die Strömungsrichtung üblicherweise dem Pfeil entsprechen, sodass bei geschlossener Klappenscheibe der Mediendruck auf der Rückseite der Welle anliegt, während die Klappenscheibe zum Medium zeigt.
Bei Unsicherheit Rücksprache halten: Wenn die Armatur nicht eindeutig gekennzeichnet ist oder die Anleitung unklar bleibt, fragen Sie immer beim Lieferanten oder Hersteller nach.
Fehler 5: Kompensatoren oder Systemspannungen ignorieren (starre Montage)
Wird die Armatur als starres Verbindungselement direkt zwischen langen geraden Rohrleitungsabschnitten oder Festpunkten eingebaut, bleiben Faktoren wie thermische Längenänderung, Vibrationen oder Fundamentsetzungen unberücksichtigt. Die Gewindeaugen einer Anflansch-Absperrklappe übertragen Spannungen direkt auf das Armaturengehäuse.
Mögliche Folgen:
- Zusatzspannungen auf der Armatur: Kräfte aus Rohrleitungsausdehnung, -kontraktion oder Vibration wirken direkt auf das Armaturengehäuse und können dessen Auslegungsgrenzen deutlich überschreiten.
- Flanschleckage oder Gehäuseschäden: Dauerhafte Spannungen können zu Leckage an der Flanschverbindung oder sogar zum Bruch von Gehäuse oder Welle führen.
- Versagen der Sitzabdichtung: Spannungsbedingte Verformung kann die Konzentrizität von Klappenscheibe und Sitz beeinträchtigen und innere Leckage verursachen.
So vermeiden Sie den Fehler:
Sinnvolle Auslegung des Rohrleitungssystems: Installieren Sie Kompensatoren, flexible Gummiverbindungen oder geeignete
Federhänger an passenden Stellen vor und nach der Armatur, um thermische Verschiebungen, Vibrationen und Setzungsspannungen aufzunehmen.
Armatur nicht als starren Stützpunkt verwenden: Stellen Sie sicher, dass die Armatur keine Trag- oder Haltefunktion für die Rohrleitung übernehmen muss und im Wesentlichen nur dem internen Mediendruck ausgesetzt ist.
Druckstoßschutz berücksichtigen: In Systemen mit möglicher Druckstoßbildung sollten langsam schließende Rückschlagventile, Druckstoßdämpfer oder vergleichbare Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, um Schäden durch kurzzeitige Hochdruckspitzen zu vermeiden.

Anflansch-Absperrklappen sind eine zuverlässige und wirtschaftliche Wahl für Wassersysteme. Leistung und Lebensdauer hängen jedoch stark von einer fachgerechten Montage ab. Das Vermeiden der fünf genannten Fehler, also übermäßiges Anziehen der Schrauben, unzureichende Reinigung der Rohrleitung beziehungsweise Beschädigung des Sitzes, Zwangsmontage bei Fehlstellung der Rohrleitung, Missachtung der Flussrichtung und Nichtbeachtung von Kompensatoren oder Systemspannungen, ist entscheidend für einen langen, störungsarmen Betrieb.
Beachten Sie stets: Das sorgfältige Lesen und strikte Befolgen der Montageanleitung des Herstellers ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Installation. Wenn Sie hochwertige Anflansch-Absperrklappen und fachliche technische Unterstützung benötigen, Union Valve stellt Union Valve belastbare Lösungen für Ihre Wassersystemprojekte bereit.
Wenn Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte.
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